Wenn in Deutschland die Tage kürzer werden, das Thermometer fällt und morgens wieder die Autoscheiben freigekratzt werden müssen, beginnt für Motorradfahrer die unerfreuliche Jahreszeit. Das Motorrad verschwindet in der Garage und bis zum nächsten Frühjahr bleiben nur Erinnerungen und Reiseträume.
Es sei denn, man fährt dem Winter einfach davon.
Indien? Mit dem Motorrad?
Wer an eine Motorradreise denkt, sieht sich vielleicht über die Alpenpässe oder durch die Dolomiten fahren. Soll es weiter weg gehen, tauchen schnell die endlosen Straßen der USA vor dem inneren Auge auf. Indien steht auf dieser gedanklichen Landkarte nur selten.
Zu Unrecht. Indien ist eine Motorraddestination mit einer Vielfalt, die kaum ein anderes Land bieten kann: die Hochgebirgsstraßen des Himalaja, die Wüsten und Paläste Rajasthans, tropische Landschaften im Süden, Tee- und Gewürzplantagen in den Western Ghats und Tausende Kilometer dazwischen.
Und dazu passt ein Motorrad, das selbst schon ein Stück Indien ist: die Royal Enfield Classic.
Wheel of India ist im Süden mit gepflegten Enfield Classic, Baujahr 2018, unterwegs. Keine Fahrmodi, keine Traktionskontrolle, kein digital betreutes Fahren. Hier fahren Bikerinnen und Biker noch selbst.
Südindien statt Winterpause
Von November bis Februar ist in Südindien die angenehmste Reisezeit des Jahres. Die große Hitze und der Monsun sind vorbei, während die Temperaturen für europäische Verhältnisse immer noch sommerlich sind.
Sonne, Palmen und Motorradfahren statt Schneematsch und Eiskratzen – aber es geht auch anders. Und zwar gut 2.000 Kilometer weiter nördlich.
Ausgerechnet Himalaja?
„Aber da ist doch der Himalaja, das höchste Gebirge der Welt, von Eis und Schnee bedeckt?“
Richtig. Aber nicht nur.
Im kleinen Himalaja-Staat Nepal herrschen im November ideale Bedingungen zum Motorradfahren. Es ist einer der trockensten Monate des Jahres. In der Mitte des Landes liegen die Tagestemperaturen um 20 bis 25 Grad, im subtropischen Süden sind auch 30 Grad drin. Nur weit oben im Norden, in Mustang, kann es nachts schon einmal frostig werden.
Aber was bekommt man dafür geboten!
Im Süden beginnt Nepal fast auf Meereshöhe. Reisfelder, Dschungel und subtropische Vegetation prägen die Landschaft. Dann steigt das Land immer weiter an, bis am Horizont schließlich die höchsten Berge der Erde stehen. Dazwischen liegen Königsstädte und Tempel, kleine Bergdörfer, buddhistische Klöster, hinduistische Heiligtümer und Straßen, die gelegentlich eine etwas großzügige Auslegung des Begriffs „Straße“ verlangen.
Und genau dafür steht in Nepal die Royal Enfield Himalayan 450 bereit.
Süden oder Norden?
Wheel of India organisiert seit 2002 Motorradreisen auf dem indischen Subkontinent und bietet im europäischen Winter beides an: die Flucht in den tropischen Süden Indiens und die Reise nach Norden, in den Himalaja Nepals.
„Wer dem Winter entkommen will, muss nicht drei Wochen am Strand liegen“, sagt Günter Schiele von Wheel of India. „Man kann dem Winter auch davonfahren.“
Palmen oder Achttausender. Classic oder Himalayan. 30 Grad oder gelegentlich Frost am Morgen.
Nur Schneematsch und Eiskratzen sind in beiden Fällen nicht vorgesehen.
