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Donaueschinger Musiktage 2019: Klangräume und Künstliche Intelligenz (FOTO)

Festival für Neue Musik mit 20 Uraufführungen und sechs
Klanginstallationen an vier Tagen / Orchesterpreis geht an Simon
Steen-Andersen

Donaueschingen. Mit einem Konzert des SWR Symphonieorchesters und
Werken von Saed Haddad, Eva Reiter, Lidia Zielińska und Jürg
Frey endeten am Sonntag (20. Oktober) die Donaueschinger Musiktage
2019. Rund 10.000 Besucher*innen erlebten von 17. bis 20. Oktober 20
Uraufführungen und sechs Klanginstallationen, Diskussionen, Workshops
und Vorträge. Der Klang in ungewohnten Umgebungen, das Verhältnis des
Orchesters zur Neuen Musik und Künstliche Intelligenz als Kurator
waren dabei nur einige der Themen des Festivals.

Namhafte Ensembles und Komponist*innen

International renommierte Ensembles wie das Klangforum Wien, das
Ensemble Resonanz, das Ensemble Intercontemporain und das SWR
Experimentalstudio prägten das im Jahr 1921 gegründete Festival. Zum
ersten Mal waren das SWR Symphonieorchester, das SWR Vokalensemble
und die SWR Big Band gemeinsam bei einer Donaueschinger Uraufführung
zu erleben. Im Eröffnungskonzert konfrontierte Simon Steen-Andersen
sie in seinem Werk “TRIO” mit historischen Filmaufnahmen ihrer
Vorgängerensembles. Große Resonanz beim Publikum fand unter anderem
das konzertfüllende Werk “Poética del espacio” von Alberto Posadas.
Für das Konzert “The curAItor curates” agierte Künstliche Intelligenz
als Kurator und wählte die drei gespielten Klavierwerke aus.

Internationale Aufmerksamkeit

Bei den Musiktagen wurden Stücke von 16 Komponist*innen aus 15
Ländern aufgeführt. Alle Uraufführungen des Festivals waren
Kompositionsaufträge des Südwestrundfunks (SWR). Zu den
Veranstaltungen der Musiktage kamen Besucher*innen aus 13 Ländern,
darunter Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada,
Luxemburg, Österreich, Schweiz und Taiwan.

Klangkunst im Schwimmbad und in der Hotelbar Die Klangkunst trug
die Musiktage in den öffentlichen Raum: Die Installationen “Das
Festival” von Herbordt/Mohren und “Tonspiegelraum” von Bernhard
Leitner eroberten die Umgebung der Donauhallen. Badekleidung war
nötig, um in Kirsten Reeses “Negrou” im Schwimmbad der Reha-Klinik
Unterwasserklänge zu hören und Bastian Zimmermann lud zur Performance
“Music for Hotel Bars: Donauparadies”.

Eine Hochzeit an Stilen und Ästhetiken

Björn Gottstein, Leiter der Donaueschinger Musiktage: “Wir erleben
in der Neuen Musik derzeit eine Hochzeit an Stilen und Ästhetiken,
die die Komponisten jeweils mit ihren Ideen und mit großer
Souveränität gestalten. Noch nie war die Neue Musik so vielfältig und
lebendig wie heute. Die eigentlichen Experimente in der Neuen Musik
finden aber dort statt, wo wir unsere Gewohnheiten verlassen und neue
Wege des Hörens einschlagen. Dort liegen die großen Herausforderungen
und Möglichkeiten für die Neue Musik.”

Durch Risiko zum Erlebnis

Gerold Hug, SWR Programmdirektor Kultur: “Wie sich die
Musikerinnen und Musiker des SWR Symphonieorchesters, des SWR
Vokalensembles, der SWR Big Band und des SWR Experimentalstudios,
aber auch alle anderen Künstlerinnen und Künstler mit höchstem
Engagement und Können auf das Abenteuer –Donaueschinger Musiktage–
einlassen, ist beeindruckend. Neue Musik ist unberechenbar und wird
durch dieses Risiko zum Erlebnis – live und in unseren Programmen in
SWR2 und auf SWRClassic.de. Mein großer Dank gilt allen, die dieses
Abenteuer möglich machen.”

Auf unglaubliche Weise jung

Oberbürgermeister Erik Pauly: “Die Donaueschinger Musiktage sind
für mich nach wie vor ein Phänomen. Es ist das älteste
Neue-Musik-Festival – es ist auf unglaubliche Weise jung und bringt
so viel Ungehörtes hervor. Wo sonst als in Donaueschingen kann man
Musik in so unterschiedlichen Formen und an so verschiedenen Orten
erleben? Dass das gelingt, setzt eine akribische Planung seitens der
Veranstalter voraus. Mein Dank gilt zudem den Förderern des
Festivals.”

Orchesterpreis an Simon Steen-Andersen

Der Preis des SWR Symphonieorchesters bei den Donaueschinger
Musiktagen 2019 geht an das Werk “TRIO” für Big Band, Chor, Orchester
und Video des dänischen Komponisten Simon Steen-Andersen. Die Jury in
ihrer Begründung: “Wie lässt sich heute für Orchester komponieren?
Die diesjährige Jury sah sich mit völlig verschiedenen
Antwortmöglichkeiten konfrontiert. Auch mit der Frage: Ist jedes
Stück, in dem ein Orchester spielt, ein Orchesterstück? Letztlich
fiel die Entscheidung für ein Werk, das durch die Virtuosität und
akkurate Umsetzung seines kompositorischen Handwerks überzeugt, das
dabei die Orchestertradition kennt und würdigt und sie in ein
heutiges Komponieren überführt. Aber es schafft noch mehr als das: Es
ermöglicht ein längst überfälliges Zusammentreffen von drei
verschiedenen Klangkörpern mitsamt ihrer Geschichte und medialen
Präsenz. Ein Film als eigenes Instrument, Chor und Bigband als
Partner und das Orchester als Teil einer ganzen Geschichte.” Mit der
Auszeichnung verpflichtet sich das Orchester, sich für weitere
Aufführungen des prämierten Werkes einzusetzen.

Die Donaueschinger Musiktage im Hörfunk, Fernsehen und Internet
SWRClassic.de zeigte das Eröffnungskonzert als Live-Videostream. Es
ist dort auch als Video on Demand zu sehen. Insgesamt übertrug SWR2
fünf Konzerte mit 13 Uraufführungen live und zeichnete alle weiteren
auf, um sie zu einem späteren Zeitpunkt auszustrahlen. In der SWR2
App sind alle Konzerte nach der Ausstrahlung sieben Tage verfügbar.
“Kunscht!” sendet am 24. Oktober, um 22:45 Uhr im SWR Fernsehen einen
Rückblick auf die Donaueschinger Musiktage 2019. Zusätzlich gibt es
auf SWRClassic.de aktuelle Berichte und Tagesvideos mit Eindrücken
von den Musiktagen.

Ausblick: die Donaueschinger Musiktage 2020 Die Donaueschinger
Musiktage 2020 finden vom 15. bis 18. Oktober statt. Auf dem Programm
stehen dann neue Orchesterwerke von Marko Nikodijevic, Younghi
Pagh-Paan, Matana Roberts, Lula Romero, Alexey Syumak, Steven
Takasugi und Francesca Verunelli. Das SWR Symphonieorchester und das
SWR Vokalensemble werden von Teodor Currentzis und Titus Engel
geleitet. Außerdem sind zu Gast: die Vokalensembles Accentus und
Phønix16 sowie das Ensemble Musikfabrik aus Köln, Kwadrofonik aus
Warschau, die Manufaktur für aktuelle Musik aus Frankfurt und das
Ensemble Talea aus New York.

Veranstaltet werden die Musiktage von der Gesellschaft der
Musikfreunde Donaueschingen in Zusammenarbeit mit der Stadt
Donaueschingen, dem Südwestrundfunk und dem SWR Experimentalstudio.
Die Kulturstiftung des Bundes fördert die Donaueschinger Musiktage im
Rahmen ihrer Spitzenförderung. Weitere Förderer sind das Land
Baden-Württemberg, die Ernst von Siemens Musikstiftung, die Stadt
Donaueschingen und der Südwestrundfunk.

Weitere Informationen unter http://swr.li/donaueschingermusiktage
und www.SWRClassic.de. Videos, Bilder, Texte und Ausschnitte von
Proben, Konzerten und Performances unter www.SWR.de/donaueschingen.

Pressefotos der Veranstaltungen in Druckqualität sind auf Anfrage
(siehe Pressekontakt) erhältlich und stehen ab Montag, 21. Oktober,
13 Uhr auch auf www.ARD-foto.de

Pressekontakt: Ursula Foelsch, Tel. 0711 929 11034, E-Mail:
ursula.foelsch@swr.de Stefan Stahnke, Tel. 030 3478 1984,

Pressekontakt:
Ursula Foelsch, Tel. 0711 929 11034, E-Mail: ursula.foelsch@swr.de
Stefan Stahnke, Tel. 030 3478 1984, st@worteuebermusik.de

Original-Content von: SWR – Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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