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Emil Nolde – a critical approach by Mischa Kuball

Die Draiflessen Collection hat den Konzeptkünstler Mischa Kuball (* 1959) eingeladen, sich mit dem Maler Emil Nolde (1867–1956) auseinanderzusetzen. Emil Nolde ist einer der bekanntesten Künstler der Klassischen Moderne. Dass er bekennender Nationalsozialist war, geriet für Jahrzehnte aus dem Blick – obwohl dies den Zeitgenoss*innen und auch denjenigen klar war, die sich nach 1945 kritisch mit ihm beschäftigten. Seit längerem gelangte die politische Orientierung Noldes aber wieder in den Fokus. Das künstlerische Werk Emil Noldes hat sich nicht verändert, aber unser Blick darauf. Nach welchen Kriterien beurteilen wir Kunst? Wie prägt unser Wissen ihre Wahrnehmung? Wer war (und ist) an ihren Deutungen beteiligt?

Mischa Kuball entwickelte für die Ausstellung EMIL NOLDE – A CRITICAL APPROACH BY MISCHA KUBALL künstlerische Arbeiten, die ein vielschichtiges, offenes, kritisches und zugleich ästhetisches Durchleuchten eines der ambivalentesten deutschen Künstler der letzten 100 Jahre umfassen. Kuball ist für die Aufgabe der Auseinandersetzung mit Noldes Werk und seiner Person durch seinen künstlerischen Ansatz und eine Reihe früherer Arbeiten besonders prädestiniert. Über das Medium Licht und Lichtbildverfahren wie Film und Fotografie verhandelt er gesellschaftspolitische Themen und Fragen der Wahrnehmung, indem er Zusammenhänge und Strukturen sichtbar werden lässt und die Aufmerksamkeit in neue Richtungen lenkt. So erlauben die neu entstandenen Videoinstallationen und Bildserien Kuballs für das Ausstellungsprojekt einen ungewohnten Blick auf das „uvre Emil Noldes, denn sie zeigen oder reproduzieren keine Werke, sondern öffnen Assoziationsräume, die über das konkrete Beispiel Nolde hinausweisen. So soll angeregt werden, Prozesse im Hintergrund der Werke abstrakt zu beleuchten, bewusst werden zu lassen und kritisch zu hinterfragen.

Die Nolde Stiftung Seebüll ermöglichte Mischa Kuball freien Zugang zu ihren Räumlichkeiten, um vor Ort neue künstlerische Arbeiten für diese Ausstellung zu entwickeln. Kuball rückt dabei drei Aspekte in den Fokus: Noldes Umgang mit fremden Kulturen, sein Engagement für die Nationalsozialisten und seine nach 1945 forcierte Stilisierung zu einem Künstler im Widerstand. Kuballs besonderes Interesse galt neben dem ehemaligen Wohn- und Atelierhaus den nicht öffentlichen Bereichen der Stiftung, dem Kunstdepot und Archiv, in denen Werke Noldes, seine Korrespondenz und seine zu Lebzeiten zusammengetragene Sammlung von Ethnografika bewahrt werden. Von zentraler Bedeutung für die Ausstellung sind außerdem die drei ersten Ausstellungen der documenta, auf denen Werke Noldes gezeigt wurden. Kuball wählte für sein Projekt ausschließlich Arbeiten aus, die in diesen drei Schauen zu sehen waren. Vor allem die erste documenta von 1955 wurde als Gegenentwurf zur Ausstellung Entartete Kunst von 1937 wahrgenommen. Sie war nicht das einzige Projekt, das am Mythos von Nolde als verfemtem Künstler Anteil hatte, aber in jedem Falle jenes, mit der bis in die heutige Zeit weitreichendsten Wirkung.

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