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Filmstar Schulerloch dreidimensional

Die Fledermäuse sind ausgeschlafen und haben ihr Winterquartier verlassen; selbst der Methusalem „Lonely George“, der immer etwas länger braucht, ist bereits ausgeflogen. Normalerweise ist das der Startschuss für eine neue Saison in der Tropfsteinhöhle Schulerloch, aber dieses Mal schickt die Corona-Krise das beliebte Ausflugsziel erst mal auf die Reservebank. Das lässt sich die Höhle jedoch nicht so einfach gefallen und dachte sich: „Wenn die Menschen nicht zu mir kommen, komme ich eben zu den Menschen. Ich werde Filmstar!“
Gesagt, getan. Diese Woche kamen Josef Kluger, Florian Kaltwasser und Peter Untermaierhofer von der KUK Filmproduktion GmbH für drei Tage zum Schulerloch und filmten. Das Team ist spezialisiert auf hochwertige Stereo 3D Filme und bearbeitet in der Regel weit größere Projekte, wollte aber der Höhle gerne ihren Wunsch erfüllen. Die Außenaufnahmen wurden mit einer kleinen Drohne eingefangen, was laut Produzent und Regisseur Josef Kluger trotz des teilweise starken Windes gut gelang.
Die Höhle empfing die Crew freundlich und lies sie in ihrer staub- und pollenfreien Luft aufatmen und ungestört hantieren. Es gab aber auch erschwerte Bedingungen, mit denen die Kameraleute zurechtkommen mussten. Wegen der Gefahr der Algenbildung arbeiteten sie bei den Auf- und Abbauten fast im Dunkeln und setzten die Beleuchtung nur während des Drehens so kurz wie möglich ein. Sie achteten auch gewissenhaft darauf, nichts zu berühren, um die empfindlichen Tropfsteine nicht zu beschädigen. In den drei ganzen Tagen fiel ab und zu ein kalter Tropfen genau in ihren Kragen, was sie mit Humor nahmen.
Sie filmten die großen Attraktionen, die in der Führung zu besichtigen sind, wie den einzigartigen Becherstalagmit. Der Focus des Films liegt jedoch auf den kleinen Wundern im Verborgenen, die normalerweise nicht gezeigt werden können. Blickwinkel, die in einer Höhlenführung nicht möglich sind, wurden mit insgesamt fünf verschiedenen Kameras eingefangen. Für den Flug aus Sicht einer Fledermaus wurde eine spezielle 3D Seilkamera eingesetzt. Die Geschwindigkeit wird computergesteuert so verlangsamt, dass Langzeitbelichtungen möglich sind. Die Kamera schwebt im Kriechgang durch den Untergrund und erst in der Schnittbearbeitung entsteht eine fließende dynamische Bewegung.
Die Höhle möchte sich nämlich von einer neuen Seite darstellen und auf unbekannte Details aufmerksam machen. Die Kamera geht ganz nah an ein Sinterröhrchen heran und nimmt auf, wie ein Wassertropfen hindurchfließt und als sauberes Trinkwasser austritt.
Der fertige Film wird besondere Einblicke und neue, sehr reelle Perspektiven für die Zuschauer ermöglichen. Er zeigt aber nicht nur Schönes, sondern thematisiert darüber hinaus die Beschädigungen, die durch Unachtsamkeiten vor über 100 Jahren entstanden sind, als Naturschutz noch unbekannt war.
Die Höhle hat vor, damit ab Juni zu den Gästen zu kommen. An Schulen und zu Gruppen, die sie jetzt aufgrund von Corona nicht besuchen dürfen oder aus körperlichen Gründen den kurzen, aber steilen Fußweg durch den Wald zur Höhle nicht schaffen. Sie freut sich über jeden, den sie mit ihrer natürlichen Schönheit begeistern kann.

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