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Geistergeschichten in Westaustralien

(TCMG) München, 12.10.2017. Aberglaube oder könnte doch etwas dran sein? In Westaustralien begegnen Besucher den Geistern von Seefahrern und Perlenhändlern, aber auch spirituellen Wesen der Aboriginals.

Geheimnisvolle Lichter im Outback der Pilbara-Region

Reisende, die nachts auf den Straßen der Pilbara-Region unterwegs sind, erzählen immer wieder, dass sie seltsame Lichtbälle sehen, die ihnen auf ihrer Fahrt folgen. Bestimmt ein gruseliger Anblick ganz allein auf einem dunklen Highway. Auch in Queensland und in anderen Teilen Australiens wird von einem ähnlichen Phänomen berichtet, das dort als MinMin-Lichter bekannt ist.

Wie diese entstehen? Den Aboriginals zu folge handelt es sich um Geisterwesen, die vor allem an sehr spirituellen Orten wie Balla Balla, einer Rinderfarm nördlich von Karratha, häufig zu sehen sind.

Glaubt man der Wissenschaft, dann sind es Lichtbrechungen, die durch Quellen entstehen, die hunderte Kilometer entfernt sein können. Eine kalte, dicke Schicht Luft direkt über dem Boden überträgt den Lichtstrahl, ohne dass er schwächer oder diffuser wird.

Andere Zeugen des Phänomens wiederum sind überzeugt, dass es sich um UFOs handelt.

Egal, welche Erklärung Besuchern am besten gefällt, sie sollten auf alle Fälle die Augen aufhalten, wenn sie nachts in der Pilbara-Region unterwegs sind. Die Lichtbälle sind ein unheimlicher und gleichzeitig seltsam schöner Anblick.

Broome: Geist sucht nach vergrabenem Schatz

Man erzählt sich, dass in nebligen Nächten am Buccaneer Rock in der Roebuck Bay in Broome der geisterhafte Schein von William Dampiers Laterne zu sehen ist. Bis heute sucht der Geist des Privatiers und Forschungsreisenden nach dem Silberschatz, den er hier vor seinem Tod vergraben haben soll.

Bei Tageslicht sind die Felsen gar nicht unheimlich, bei Ebbe können Besucher durch das Mangrovenwäldchen laufen und den Buccaneer Rock sogar zu Fuß erreichen. Wer jedoch darüber nachdenkt, einen Metalldetektor mitzubringen, wird enttäuscht sein. Der Schatz befindet sich wohl kaum hier, es gibt keinerlei Aufzeichnungen, die belegen, dass Dampier je in einem Umkreis von 200 Kilometern von Broome überhaupt an Land gegangen ist.

Der Geist des Seefahrers treibt übrigens nicht nur in Broome sein Unwesen. Glaubt man Berichten, dann spukt Dampier auch im Jachtclub in Karratha.

Besucher stoßen auch auf der Dampier-Halbinsel nördlich von Broome auf die Spuren des Entdeckers. Die Cygnet, das Schiff, auf dem William Dampier reiste, soll am 5. Januar 1688 in One Arm Point gelegen haben, wo der bis zu zehn Meter große Gezeitenunterschied es der Besatzung ermöglichte, das Schiff Kiel zu holen. Die nahe gelegene Cygnet Bay wurde nach Dampiers Schiff benannt. Heute ist die Dampier-Halbinsel ein beliebtes Ziel bei Reisenden, vor allem auch für Kreuzfahrten und Bootsausflüge durch das Buccaneer-Archipel. Auf der gleichen Reise ging Dampier übrigens auch auf der Insel an Land, die heute als Dampier Island bekannt ist, etwa 20 Kilometer westlich von Karratha.

Die verfluchte Perle und der Geist im Haus des Bischofs

Unzählige Perlen wurden in Broome umgeschlagen seit die ersten Schiffe der Perlentaucher in der Roebuck Bay mit ihrer wertvollen Fracht anlegten. Eine ganz bestimmte Perle jedoch soll denen, die mit ihr zu tun hatten, Unglück gebracht haben. Man weiß, dass eine große, wunderschöne Perle von einem Taucher aus der Schweiz gefunden wurde, der im Juni 1905 vor dem Eighty Mile Beach nach Muscheln suchte. Allerdings verblieb die Perle nicht lange in seinem Besitz – noch in derselben Nacht wurde sie ihm gestohlen und auf dem illegalen Schwarzmarkt verkauft. Die rosenfarbene Perle, wie sie fortan hieß, sorgte für eine Tragödie: den Mord an einem Perlenhändler namens Liebglid, der versuchte die gestohlene Perle am 30. August 1905 am Ufer der Roebuck Bay zu kaufen. In einem spektakulären Mordprozess wurden die Perlentaucher Charles Hagen, Pablo Marques und Simeon Espada für schuldig befunden und zum Tod durch den Galgen verurteilt. Das Urteil wurde am 14. Dezember 1905 im Gefängnis von Fremantle vollstreckt.

Was mit der Perle geschah, weiß man bis heute nicht. Was man Liebgild kurz vor seinem Tod zeigte, war nämlich nur der gläserne Kugelverschluss einer Limonadenflasche und nicht die berühmte Perle! Und noch einmal taucht die rosenfarbene Perle im Zusammenhang mit einer Tragödie auf: dem Untergang der SS Koombana in einem Zyklon vor der Küste von Port Hedland am 20. März 1912.

Der berühmte Perlenhändler Abraham de Vahl Davis war an Bord der SS Koombana und auf dem Rückweg nach Broome, auf dem er in Shark Bay und Port Hedland von Händlern Perlen kaufen wollte. Auch wenn es keinerlei Beweise gibt, die es belegen, so erzählt man sich, dass Davis die rosenfarbene Perle in Port Hedland kaufte und sie sich in seinem Besitz befand, als die SS Koombana kurz später im Sturm unterging.

Der nächste Teil der Geschichte stammt aus einer ungewöhnlichen Quelle: der anglikanische Bischof in Broome erzählte seinen schockierten Gemeindemitgliedern, dass er nachts aufwachte und eine dunkel gekleidete Person neben seinem Bett stehen sah, die sich sogleich in Luft auflöste. Das Haus, in dem der Bischof lebte, war nämlich das ehemalige Wohnhaus von Abraham de Vahl Davis. Und so verbreitete sich die Geschichte, dass der Geist von Davis zurückgekommen war, um nach Perlen zu suchen, die er auf seinem Grundstück versteckt hatte.

In einem lebendigen Bericht aus Broome aus dem Jahr 1946 baute der Korrespondent der Sunday Times Westaustralien die Geschichte sogar noch weiter aus: Demnach ist das Haus des Bischofs zu einem Hotspot für Geisterjäger geworden. Der Beweis hierfür sind Löcher im Garten und Zierobjekte, die bei der hastigen Suche nach den Perlen zerstört wurden. Könnte diese Geistergeschichte wahr sein? Es gibt schließlich nicht viele solcher Legenden, die von einem Bischof bestätigt werden…

Von der rosenfarbenen Perle gibt es bis heute keine weitere Spur.

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