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Moderne Fürstin des Mittelalters: Ausstellung über Maria von Geldern und ihr berühmtes Gebetbuch ab 13. Oktober im Museum Het Valkhof in Nimwegen / Zusammenarbeit mit Staatsbibliothek zu Berlin (FOTO)

Das Museum Het Valkhof in Nimwegen zeigt vom 13. Oktober 2018 bis
zum 6. Januar 2019 die erste umfassende Ausstellung über Maria von
Geldern (1380 – nach 1427). Unter anderem werden Seiten aus ihrem
berühmten Gebetbuch gezeigt, einem der größten mittelalterlichen
Schätze der Niederlande, aufbewahrt in der Staatsbibliothek zu
Berlin. Anhand von verschiedensten Kunstwerken erhalten Besucher
einen Einblick in das Leben dieser modernen Fürstin des Mittelalters.

Besucher begeben sich auf die Lebensreise der Maria von Geldern
anhand von gut 100 (Kunst-)Objekten mit vielen künstlerischen
Meisterwerken aus internationalen Sammlungen, die nie zuvor in den
Niederlanden zu sehen waren. Den Höhepunkt bilden 40 speziell für die
Ausstellung restaurierte Seiten: ausgewählt aus ihrem umfangreichen
Gebetbuch, einem der größten mittelalterlichen Kunstschätze der
Niederlande, aufbewahrt in der Staatsbibliothek zu Berlin. Weil das
Buch so empfindlich ist, wurde es jahrelang nicht ausgestellt und
aufgrund der Art und Weise, wie man es nach der Schau erneut
einbinden wird, kann es in diesem Umfang nicht noch einmal
präsentiert werden. Abgesehen von Miniaturen und Handschriften sind
u.a. Gemälde, Stoffe, Schmuck, Bildhauerkunst, Glasmalereifenster und
Heiligenbilder zu sehen. Museum Het Valkhof ist der einzige Ort, an
dem die Ausstellung besucht werden kann.

Biografie als Richtschnur der Ausstellung

Prinzessin Maria d–Harcourt (1380 – nach 1427) ist französischer
Herkunft und verbringt ihre prägenden Jahre an dem Hof von Valentina
Visconti, der Frau von Herzog Louis d–Orléans. Sie lernt die Pracht
des Hofes kennen, aber auch die dunklen Seiten mit Intrigen und
Anschwärzerei. 1405 vermählt sich die gut gebildete Maria d–Harcourt
mit Rainald IV., Herzog von Geldern und Jülich. In dieser Gegend
zwischen Zwolle und Aachen, Gorinchem und Bonn blühen die Künste und
liegen die Ursprünge der Entwicklungen, die dem 15. Jahrhundert ihre
Farbe verleihen werden: Maler wie Johan Maelwael und die Gebrüder
Limburg haben hier ihre Wurzeln, und Köln zählt mit Paris zu den
wichtigsten Zentren des Kunsthandwerks. In diesem Kontext entsteht
das Gebetbuch. Die Ausstellung folgt dem Leben von Maria von Geldern
anhand einer Anzahl von Bezugspunkten. Ausschlaggebend für die
Präsentation sind verschiedene künstlerische Meisterwerke, die sich
direkt auf ihr Leben beziehen: Abgesehen von dem Gebetbuch als
unumstrittenen Höhepunkt handelt es sich dabei unter anderem um eine
polychrome Marienstatue von rund 1380 aus Renkum, zwei Figuren des
Petrusportals sowie ein großes Tafelbild des Klarenaltars aus dem
Kölner Dom, die nie zuvor außerhalb von Köln zur Schau gestellt
worden sind, sowie drei kostbare liturgische Gewänder und
Bleiglasfenster aus der Abtei Altenberg, der Grablege der Herzöge von
Berg.

Einzigartiges Gebetbuch

Mit seinen gut 1.200 Seiten ist das Gebetbuch von Maria von
Geldern im Hinblick auf Umfang und Zusammenstellung einzigartig.
Abgesehen von einem illustrierten Kalender enthält es etwa 100
Miniaturen und zahllose kleine Drolerien im Seitenrand. Die Texte
selbst – ganz persönliche Gebete, von denen verschiedene speziell für
sie geschrieben wurden, aber auch Gebete aus europäischer Tradition,
oft jedoch gerade für dieses Buch angepasst – bezeugen eine
hochentwickelte literarische und devotionale Kultur. Auch die
Illumination ist außergewöhnlich, sowohl in stilistischer als auch in
ikonographischer Hinsicht. Wir erkennen Einflüsse aus wichtigen
internationalen Zentren der Buchillumination – Utrecht, Köln, Paris –
die sich in einer ganz eigenen Bildsprache zusammenfügen. Zahlreiche
Abbildungen scheinen von Werken der Gebrüder Limburg beeinflusst
worden zu sein, die Nijmegen in dem Zeitraum besuchten, als die
Handschrift von Maria illuminiert wurde.

Internationale Premiere

Aufbewahrt wird das Gebetbuch von Maria von Geldern seit dem 17.
Jahrhundert in der Staatsbibliothek zu Berlin und vor 40 Jahren wurde
es aus dem Einband gelöst. Nur ausnahmsweise stellte man in den
vergangenen Jahrzehnten einige lose Blätter zur Schau. Seit 2005
bleibt das Buch definitiv unter Verschluss: Aufgrund des beschädigten
Pergaments schien es für weitere Ausstellungen zu empfindlich und
deshalb ist dieser „verborgene Schatz“ der breiten Öffentlichkeit
nicht bekannt. Mit der Ausstellung wird sich dies ändern und Museum
Het Valkhof erhält – gut 10 Jahre nach der erfolgreichen Ausstellung
über die Gebrüder Limburg – die internationale und einmalige
Premiere, eine Auswahl von 40 Seiten zu zeigen, die insgesamt ein
guten Einblick in den ungeahnten Reichtum dieses außerordentlich
persönlichen Dokuments bieten werden. Die Auswahl wird in zwei Teilen
von jeweils 20 Seiten präsentiert und auf halbem Wege der Ausstellung
ausgetauscht.

Multidisziplinäre Untersuchung und Restaurierung

Ausgangspunkt der Ausstellung ist eine ausführliche
kunsthistorische und technische Untersuchung eines multidisziplinären
Teams aus zehn Forschern unter der Leitung von Professor Johan
Oosterman, Hochschullehrer für Ältere niederländische
Literaturwissenschaft an der Fakultät für Sprach- und
Literaturwissenschaft der Radboud Universität sowie Gastkonservator
der Schau. In der technischen Untersuchung, in Zusammenarbeit mit
Restauratoren der Staatsbibliothek zu Berlin sowie Mitarbeitern des
Rathgen-Forschungslabors Berlin wird die Alterung des Pergaments und
der große mechanische Schaden, die Pigmente sowie die Unterzeichnung
und die Anweisungen für die Illuminierung unter die Lupe genommen.
Kunsthistoriker untersuchen die Arbeitsweise und Arbeitsverteilung
sowie die Ikonographie der Illumination. Kulturhistoriker vertiefen
sich schließlich in den historischen Kontext. Die Ergebnisse der
Untersuchung werden 2018 während der Ausstellung in dem begleitenden
Ausstellungskatalog und während eines Wissenschaftskongresses
präsentiert. Zur Vorbereitung der Schau wurde im Februar 2018 in
Berlin mit der Restaurierung dieses einzigartigen Kunstschatzes
begonnen.

Die Ausstellung „Ich, Maria von Geldern“ wird mit Hilfe der
Staatsbibliothek zu Berlin, der Provinz Gelderland, der Gemeinde
Nijmegen, der BankGiro Lotterie, der Ernst von Siemens Kunststiftung,
dem Mondriaan Fonds, dem Prinz Bernhard Kulturfonds, der Stiftung
Art, Books and Collections, Fonds 21, der Turing Stiftung sowie
Gruppenfinanzierung (Crowdfunding) ermöglicht.

Bildmaterial:
www.museumhetvalkhof.nl/pers/persfotos/ik-maria-van-gelre.html

Weitere Informationen über die Untersuchung und das Gebetbuch
online: www.ru.nl/maryofguelders

Pressekontakt:
Museum Het Valkhof: Heidi Vandamme, Marketingberaterin „Ich, Maria
von Geldern“, h.vandamme@museumhetvalkhof.nl, Tel.: +31 (0)6 295 32
686.

Original-Content von: Niederländisches Büro für Tourismus & Convention (NBTC), übermittelt durch news aktuell

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