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Neuer „Tree Room“ bei der Arte Sella im Valsugana

Seit Jahrzehnten gestalten Künstler im Val di Sella Land-Art-Skulpturen als „works in progress“, die mit Wind, Wetter und den Jahreszeiten wachsen und vergehen. 2021 wird wieder „Zuwachs“ in Form eines Tree Rooms von Stefano Boeri vermeldet.

Seit über 35 Jahren gibt es die Arte Sella oberhalb von Borgo Valsugana. Das Open-Air Kunstmuseum im Val di Sella stellt aus Naturmaterialien geformte Skulpturen in die Landschaft, die manchmal an Menschen, Tiere, hölzerne Schaufelräder, Kokons oder Bienenkörbe erinnern, oder in anderen Fällen das Spannungsfeld Natur-Architektur thematisieren. Alle Land-Art-Skulpturen sind works in progress, die jeden Tag der Sonne und dem Wetter ausgesetzt sind, sich verändern und langsam mit der Natur verwachsen. Der diesjährige Neuzugang auf dem ArteNatura Themenweg ist der Tree Room des italienischen Architekten Stefano Boeri. Der im Durchschnitt zwölf Meter große Ring aus Cortenstahl und Lärchenholz wird von drei Bäumen „bewohnt“. Mensch und Natur können in ihm in Harmonie koexistieren und ihre biologisch-organischen Affinitäten ausloten.

Über 60 Works in Progress erwandern

In den zwei großen Parks Malga Costa und Villa Strobele sind in Summe 60 Kunstwerke der Arte Sella unter freiem Himmel zu entdecken, darunter aus Blättern geformte Hirsche der Künstlerin Sally Matthews oder das „verwur-zelte“ Kunstwerk Common Root des brasilianischen Künstlers Henrique Oli-veira. Beeindruckend sind die imposante Pflanzenkathedrale aus wachsenden Bäumen des lombardischen Künstlers Giuliano Mauri und die Palisadenwände „Dentro fuori“ von Michele de Lucchi. Für die Installation „Simbiosi“ rekonstruierte Edoardo Tresoldi eine alte Steinruine mit einer Gitterstruktur aus Drahtgewebe. „The Third Mountain“ ist der Name der Installation des britischen Architekten Ian Ritchie. Das „Réservoir“ von John Grade am Südhang des Monte Armentera sammelt mit hunderten Schöpfkellen Regenwasser. Alle Künstler der Arte Sella beschäftigen sich seit Jahren mit Skulpturen und Installationen im Freien. www.artesella.it

„Inspektion“ an der Dolomitenfront

Aber auch Werke der Zerstörung sind im Valsugana zu finden. Im Ersten Weltkrieg waren die Dolomitenfront zwischen Italien und Österreich-Ungarn hart umkämpft. Beide Seiten bauten riesige Alpenfestungen, damals Meisterwerke des militärischen Ingenieurwesens. Viele der Stellungen, Bunker und Grenzbefestigungen auf der Hochebene von Vezzena und im Lagorai sind so gut erhalten, dass man sich auch heute noch in die erbitterten Kämpfe des Dolomitenkriegs hineinversetzen kann. Die strategisch besten Beobachtungsposten „besetzen“ heute allerdings Wanderer. Die Festung Pizzo di Levico etwa, vor der die Felswände fast 1.400 Meter tief ins Tal abfallen, die Festung Busa Granda auf der Panarotta und die neu restaurierte Sperre Colle delle Benne bei Levico Terme. Auf dem Tenna-Hügel zwischen Caldonazzo- und Levicosee liegt mit der Tenna-Sperre das Zwillingswerk zur Colle di Benne. Beide zusammen bildeten die Valsuganasperre und sollten gleichzeitig auch die Kaiserjägerstraße bewachen, welche von Caldonazzo zu den Festungswerken auf der Hochebene von Lavarone und zum Posten Vezzena führt. Die Tenna-Sperre kann voraussichtlich ab dem Sommer 2021 neu restauriert besichtigt werden.

Auf Spuren der alten Römer

Unten im Valsugana treffen Wanderer und Radfahrer auf Zeugen aus der rö-mischen Geschichte. An Türmen und Meilensteinen kann man ablesen, dass die Via Claudia Augusta Altinate einst eine wichtige Verbindung über den Reschenpass in den Norden war. Sie führte von Venedig durch das Valsugana Richtung Trento. Der Brenta entlang durch das Valsugana verlief auch die Via Romea Germanica über den Brenner Richtung Nordalpenraum. Das Mittelalter hat im Tal ebenso seine Spuren hinterlassen: In Form des einstigen Adelssitzes Castel Ivano, nicht weit von Borgo Valsugana, oder des mächtigen Castel Pergine auf einem Schlosshügel. Von dort oben genießen Besucher eine traumhafte Aussicht auf Pergine, das Fersental und den Caldonazzo-See. Unweit von Levico Terme sind über einen leichten Wanderweg von Selva aus die Ruinen des Castel Selva aus dem 8. Jahrhundert zu entdecken. – Geschichte, wohin man auch blickt, im Valsugana. www.visitvalsugana.it

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