Zürich/Freiburg. Wer einen Selbstverteidigungskurs sucht, erwartet meist Techniken: Griffe lösen, Schläge abwehren, sich aus einer Situation befreien. Im traditionellen Taekwon-Do, wie es im Center Terranova in Zürich, Winterthur und Freiburg gelehrt wird, beginnt Selbstverteidigung jedoch deutlich früher. Der Leitsatz der Schule lautet: Taekwon-Do bildet einen Kämpfer aus, damit er gar nicht erst kämpfen muss.
Haltung wirkt, bevor eine Situation eskaliert
Was auf den ersten Blick widersprüchlich klingt, ist eine Folge der fünf Tugenden des Do: Höflichkeit, Durchhaltevermögen, Integrität, Selbstdisziplin und Unbezwingbarkeit. Wer diese Werte über Jahre im Training verinnerlicht, strahlt im Alltag Selbstbewusstsein und Stärke aus. Diese Ausstrahlung wirkt auf das Gegenüber. Eine Auseinandersetzung wird dadurch in vielen Fällen überflüssig, bevor sie überhaupt beginnt.
Dazu kommt die Fähigkeit, Situationen richtig einzuschätzen. Durch regelmässiges Training entwickeln Schülerinnen und Schüler Beobachtungsgabe und körperliche Gewandtheit. Sie erkennen früher, wenn eine Lage kippt, und können entsprechend handeln: Abstand nehmen, deeskalieren, gehen. Im Idealfall entschärft der erfahrene Kämpfer die Konfrontation und verhindert damit jede Handgreiflichkeit. Genau das ist ein wichtiges Lehrziel im Center Terranova.
„Taekwon-Do bietet ein ganzheitliches Bewegungsprogramm, das sowohl körperliche Betätigung liefert als auch mentales Training, was zum inneren Ausgleich führt“, sagt Grossmeister Salvatore Terranova, Schulleiter des Center Terranova.
Selbstverteidigung für alle, nicht nur für eine Zielgruppe
Selbstverteidigung wird häufig als Frauenthema verhandelt. Tatsächlich profitieren alle Altersgruppen und Lebenslagen davon: Kinder, die lernen, Grenzen zu setzen und sich gegen Mobbing zu behaupten. Jugendliche, die Gruppendruck standhalten wollen. Berufstätige, die sich im Alltag sicherer bewegen möchten. Menschen über 50, die Beweglichkeit und Reaktionsfähigkeit erhalten wollen. Das Center Terranova bietet deshalb Kurse für alle Altersstufen an, und Selbstverteidigung ist in jedem davon ein fester Bestandteil.
Die Technik kommt dazu, nicht zuerst
Natürlich vermittelt Taekwon-Do auch ein wirksames Selbstverteidigungssystem. Die Techniken werden geradlinig und direkt eingesetzt, die Kunst ist auf Schnelligkeit und Dynamik ausgelegt. Im Center Terranova wird das über mehrere Trainingsmethoden aufgebaut:
– Hosinsul (Selbstverteidigung): Anwendung der Techniken in realistischen Konfliktsituationen, etwa das Lösen aus Griffen.
– Taeryon (Freikampf ohne Körperkontakt): schult Entscheidungskraft und die Fähigkeit, ein Gegenüber einzuschätzen. Die konsequente Reglementierung schützt die Übenden.
– Hyong (Form): festgelegte Bewegungsabläufe gegen imaginäre Gegner, die Konzentration, Koordination und Atmung trainieren.
– Ce Soo (Gymnastik): die Grundlage für einen widerstandsfähigen, beweglichen Körper, von jungen Jahren bis ins hohe Alter.
– Kyek Pa (Bruchtest): stärkt Willenskraft und Durchhaltevermögen, ist aber kein Element des täglichen Trainings.
Sicherheit entsteht durch Regelmässigkeit
Ein hohes Mass an Aufmerksamkeit, körperlicher Fitness und beherrschten Techniken ist die beste Selbstverteidigung. Keiner dieser Faktoren lässt sich in einem Wochenendkurs erwerben. Deshalb setzt das Center Terranova auf kontinuierliches Training, sieben Tage die Woche und auch in den Ferien. Der Körper wird stärker, der Geist durchsetzungsfähiger, und mit jedem Trainingsjahr wächst das, worauf es im Ernstfall am meisten ankommt: die Gewissheit, nicht hilflos zu sein.
Häufige Fragen
Ist Taekwon-Do zur Selbstverteidigung geeignet?
Ja. Taekwon-Do ist ein direktes, dynamisches Selbstverteidigungssystem. Im traditionellen Ansatz steht jedoch die Vermeidung des Konflikts an erster Stelle, die Technik ist das Mittel für den Ernstfall.
Braucht man Vorkenntnisse oder eine bestimmte Fitness?
Nein. Das Center Terranova bietet regelmässige Einsteigerkurse und ein kostenloses Probetraining für alle Altersgruppen an. Fitness und Beweglichkeit entwickeln sich mit dem Training.
Ist das Training gefährlich?
Der Freikampf findet ohne Körperkontakt statt und das Training ist klar reglementiert. Verletzungen sind im Taekwon-Do dadurch selten, was für eine Kampfkunst ungewöhnlich ist.
Weitere Informationen und kostenloses Probetraining: taekwondo-terranova.com/einsteiger