WAZ: Das Revierderby des Wahnsinns – Kommentar von Peter Müller über ein Fußballspiel

Revierderbys sind nie egal. Selbst Menschen, die
sich nicht für Fußball interessieren, werden die Aufregungen an ihren
Arbeitsplätzen kaum ignorieren können, wenn Borussia Dortmund gegen
Schalke 04 spielt. Wer heute Morgen im Ruhrgebiet zum Bäcker geht,
wer sein Auto zum Reifenhändler bringt oder beim Amt in der Schlange
steht: Er wird zu hören bekommen, wie ungewöhnlich, wie verrückt, wie
wahnsinnig das Spiel am Samstag in Dortmund war.

4:4 nach 4:0-Führung des BVB. Eruption der Emotionen, hüben wie
drüben. Schmerz und Verzweiflung auf der einen Seite, Euphorie und
Glückseligkeit auf der anderen. Nach einem Unentschieden!

Wer glaubte, schon alles erlebt zu haben, wurde eines Besseren
belehrt. Experten wie Fans mussten zerknirscht eingestehen, vom
Fußball offensichtlich keine Ahnung zu haben. Ob im Stadion, in der
Kneipe oder auf dem Sofa: Zur Pause wurden Lobeshymnen für die
Dortmunder und Abgesänge auf die Schalker gedichtet.

Ein Derby für die Geschichtsbücher des Bundesligafußballs. Oder,
wie wir im Ruhrgebiet sagen: „Dat erzähl– ich meine Enkel!“

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