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Wie ist es, während Corona zu reisen? Ein Erfahrungsbericht

Berlin, März 2021 – „30. November 2020, 6:25, Berlin BER. Gähnende Leere am neu eröffneten Berliner Flughafen. Ein Fahrer vom Mobility Service dreht seine Runden und lädt vor lauter Langeweile ein paar reisefreudige und sehr rüstige Rentner auf, um sie zum Gate zu fahren. Und sammelt dann noch ein paar andere Leute ein, sodass am Ende garantiert mehr als zwei Haushalte ohne Abstand auf dem Wägelchen sitzen. Und ich frage mich: Was mache ich hier eigentlich?“

So beginnt der Erfahrungsbericht von Betty Wilde von FairAway, der erst einmal auf wenig Gutes schließen lässt. Ende 2020 hat sie nach einem negativen PCR-Testergebnis spontan von heute auf morgen beschlossen, ihren Urlaub in der Sonne zu verbringen. „So spontan die Entscheidung war, so sehr habe ich im Vorfeld mit ihr gehadert. Für mein Reiseziel gab es keine Reisewarnung und sehr niedrige Zahlen. Aber das blöde Gefühl, dass es einfach nicht ok ist, während einer Pandemie in ein Flugzeug zu steigen, hat mich lange beschäftigt“ blickt Wilde zurück. Am Ende siegte die Sehnsucht, endlich mal wieder abschalten zu können, Sonne auf der Haut zu spüren, eine fremde Sprache um sich herum zu hören. Manchmal sind es die ganz banalen Dinge, die Glück versprechen.

Zufriedenheit auf den ersten Atemzug

Es war die richtige Entscheidung, wie sich schnell herausstellte. Nach dem etwas merkwürdigen Auftakt am Flughafen ging es nur noch bergauf, wenn vieles auch ungewohnt war: „Manche Dinge haben sich auf dieser Reise ganz anders angefühlt – Reisen in der „neuen Normalität“ wurde zum ersten Mal greifbar. Gleichzeitig war es altvertraut und die Entspannung hat fast unmittelbar eingesetzt, als ich den ersten warmen Luftzug um die Nase gespürt, zum ersten Mal die salzige Luft eingeatmet habe.“ Besonders beeindruckt war Wilde vom Umgang der Locals mit der Situation. „Da hing keine Maske auf Halbmast, weder draußen noch drinnen. Keiner hat sich beklagt, sondern vielmehr versuchen die Leute, das Beste aus der Situation zu machen. Ich habe mich vor Ort dadurch sehr sicher gefühlt.“ Gleichzeitig sind die wirtschaftlichen Probleme natürlich nicht spurlos an den Menschen vorbeigegangen. Viele Restaurants mussten schließen oder öffnen nur noch am Wochenende, weil die laufenden Kosten sonst zu hoch werden. Doch die Devise heißt: Durchhalten! „Wir haben uns mit vielen Locals über die aktuelle Situation unterhalten, und der Tenor war ganz klar: Trotz aller Schwierigkeiten möchten sie weitermachen, sie freuen sich auf die Touristen und darauf, wieder das machen zu können, was sie lieben.“

Raus aus der Stadt, rein in die unberührte Natur

Die Situation mit so wenigen Touristen hat natürlich für Reisende auch ihre Vorteile. Touristenattraktionen sind leer und man erlebt das lokale Leben ganz anders. Wilde schwärmt: „Mein persönliches Highlight: Ich sitze morgens am Strand und genieße die ersten wärmenden Sonnenstrahlen. Um mich herum: Ganz viele Omis und Opis, die ihr Morgenbad nehmen. Jeder kennt gefühlt jeden, es wird freudig geplaudert (natürlich mit Abstand und Maske). Ein superschönes Erlebnis an einem Ort, der sonst um diese Jahreszeit eher von vielen Strandliegen und Touristen geprägt ist. Ich träume: Spätestens wenn ich mal Omi bin, will ich so auch morgens meinen Tag starten – mit einem Sprung ins kühle Wasser zu den ersten Sonnenstrahlen und einem netten Plausch.“

Die Verantwortung reist mit

Bei aller Urlaubsfreude ist klar, dass in der jetzigen Situation besonders viel Verantwortungsgefühl nötig ist. Wilde: „Für alle, die die Natur lieben, Ruhe suchen und sich auf die neue Normalität einlassen wollen, kann ich eine Reise wirklich empfehlen. Das heißt natürlich nicht, dass jetzt jeder ohne Rücksicht auf Verluste Flüge in alle Welt buchen sollte – vor allem jetzt in diesen Tagen, wo die Lage fast überall sehr kritisch ist. Aber wenn die Zahlen sinken, die Impfungen voranschreiten, die Welt sich wieder ein Stück weit öffnen kann, kann es wirklich gut tun, sich eine Auszeit zu nehmen. Natürlich im Einklang mit den Empfehlungen der Auswärtigen Amtes und mit extra viel Verantwortungsbewusstsein!“

Lesen Sie die vollständige Kolumne von Betty Wilde oder fragen Sie Betty für ein Interview an.

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