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Bei Regen geh ich ins Museum

Entlang der Romantischen Straße warten faszinierende Welten auf Besucher

Nicht nur bei Sonnenschein, sondern auch bei tristem Wetter hat Deutschlands beliebteste Ferienstraße viel zu bieten. Dann warten spannende Museen auf Besucher – etwa das Mittel­alterliche Kriminalmuseum oder das 3D-Museum in Dinkelsbühl.

Entlang der 29 Ortschaften der Romantischen Straße, die sich von Würzburg bis Füssen ersteckt, bietet sich in vielerlei Hinsicht ein abwechslungs­reiches Bild: Besucher finden hier Natur, Bau­werke aus unterschiedlichen Epochen, mittel­alterliche Städte, ein großes kulinarisches Angebot und vieles mehr. Doch ein Besuch lohnt sich nicht nur bei Sonnenschein. Auch bei Regen bietet sich viel Aufregendes, denn zahlreiche Museen locken mit ihren Ausstellungen hinter ihre Türen.

Im Dienste der Wissenschaft
In Würzburg, dem Startpunkt der musealen Reise, tritt man ein in die Welt der Medizin­technik: Hier liegt der Geburtsort der Röntgen-Strahlen. Wie dieses Verfahren genau funktioniert, aufgrund welcher physika­lischen Grundlagen der namensgebende „Erfinder“ es im 19. Jahrhundert entdeckt hat und wie der erste Durchleuchtungsversuch vonstatten ging, erfährt man in der Röntgen-Gedächtnisstätte. Das Thema fasziniert schon allein deshalb, weil die Erkenntnis­methode einen Einblick in den menschlichen Körper gewährleistet – etwas, das einem sonst verwehrt bleibt.

Zum Mitmachen animiert
Ähnlich wissenschaftlich ist auch das Glasmuseum in Wertheim, das in Gedenken an eine Gruppe thüringischer Glasfachleute gegründet wurde, die sich 1945 hier ansiedelten. Vor Ort wird die Entwicklung des Rohstoffes mittels 35 Spiel- und Anfass-­Stationen dar­gestellt. Geschichte und Wissenschaft des Materials, das aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken ist, wird mit Spiel und Spaß vermittelt. Eine der beliebtesten Etappen des Museums ist das Glaskugelblasen – kein Wunder, denn hier begegnet den Besuchern der Werkstoff, den sie sonst nur im festen Zustand kennen, in seiner elastischen Form.

Nichts für schwache Nerven
Fans von Krimis und Gruselgeschichten kommen im Mittelalterlichen Kriminal­­museum in Rothenburg ob der Tauber auf ihre
Kosten. Mit der rund tausendjährigen Rechts­geschichte, die anschaulich präsentiert wird, rücken auch Fragen nach der Hexenverfolgung in Bayern oder nach längst vergessenen Folter­methoden in den Fokus. Untermauert wird das Ganze mit Exponaten, wie beispielsweise einem „Stachelstuhl“, auf dem, wie der Name schon sagt, der in Ungnade Gefallene auf unzähligen Stacheln festgeschnallt worden ist.

Spannendes Franken
Etwas weniger gruselig, aber nicht weniger interessant, ist es im Fränkischen Museum in Feuchtwangen. Das Thema der Aus­stellung ist das Leben und Wohnen in den Städten der Region. Auf rund 2000 Quadratmetern werden unter anderem Möbel und Hausrat aus allen Bevölkerungsschichten ausgestellt. Die Besonderheiten des Museums sind unter anderem acht reich verzierte Liebesbriefe, die aus der Zeit zwischen 1797 und 1830 stammen und Auskunft darüber geben, wie man in der Epoche des Biedermeier die Frau seiner Begierde umgarnt hat.

Hinters Licht geführt
Die Annahme, dass man seinen Augen nicht immer trauen kann, wird im 3D-Museum in Dinkelsbühl bestätigt: Beim Eintritt erhalten Besucher 3D-Brillen, die das Tor zu fantastischen Welten öff­nen. Zweidimensionale Bilder werden plötzlich dreidimensional, Kreise verwandeln sich zu Kegeln und Hologramme scheinen die Besucher zu verfolgen. Kein Wunder, dass das Haus Erwachsene und Kinder gleichermaßen begeistert. Den erlebnisreichen Besuch beendet man mit einer wichtigen Erkenntnis: Der Mensch täuscht sich häufig selbst.

Unter Dampf
Technisch wird es im Bayerischen Eisenbahnmuseum auf dem Gelände des ehem­aligen Bahnbetriebswerkes in Nördlingen, das auf eine lange Geschichte zurückblicken kann und erst im Jahre 1982 als Dienststelle eingestellt wurde. Ziel der Ausstellung ist es, Transportmittel und Werkstätte genau so zu zeigen, wie sie früher ausgesehen haben – und das sogar zum Anfassen. Das ist auch deshalb so interessant, weil heute kaum mehr jemand ein solches Bahnbetriebswerk kennt. Zu diesem Zweck wurden unter anderem auch einige Gleise neu angelegt und Wasserkräne installiert.

Technik für die Zukunft
Einen Einblick in die Technikgeschichte bietet auch das MAN-Museum in Augsburg. Wer diesem Haus einen Besuch abstattet, begibt sich auf eine kleine Zeitreise: Vom allerersten Dieselmotor bis hin zu heutigen Maschinen mit hoch innovativen Triebwerken finden sich hier wahre Prachtstücke der Ingenieurskunst. Dazu zählen auch MAN-Trucks und -Busse mit ak­tuellen sowie historischen Fahrzeugen, der erste Versuchsdieselmotor aus der Zeit von 1893 bis 1895 und eine handbetriebene Schnellpresse aus dem Jahre 1846. Doch damit nicht genug: Man erhält außerdem Einblicke in die frühe Raumfahrttechnik.

Für Modebewusste
Im Schuhaus Pflanz in Landsberg am Lech, das seit 1995 Schuhmode aus acht Jahrhunderten zeigt, kommen Modebewusste auf ihre Kosten. Von Trachten­schuhen aus aller Welt über Schnabelschuhe aus dem Orient, chinesische Gin-lin-Schuhe und Tretwerk aus Materialien wie
Seegras, Stroh, Autoreifen oder Holz ist alles ver­treten. Ergänzend gibt es auch eine Ausstellung verschiedener Schuhlöffel, die es sogar ins Guinnessbuch der Rekorde geschafft.

Imposante Eindrücke
Direkt zu Füßen der Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau liegt das Museum der bayerischen Könige. Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Geschichte der Wittelsbacher, einem der ältesten Adelshäuser Deutschlands. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem zwei hochrangige Männer: König Maximilian­ II., der Schloss Hohen­schwangau zu seiner persönlichen Sommer­residenz ausbauen ließ, und sein Sohn König Ludwig II., auf dessen Wunsch hin Neuschwanstein errichtet wurde. Tolle Inszenierungen und
modernste Museumstechnik machen den Rundgang zu einem spannenden Mittelalter-Erlebnis.

Geschichte, Kunst und Musik
Am Ende der lehrreichen Reise wartet das Museum der Stadt Füssen auf Besucher. Im ehemaligen Benediktinerkloster St. Mang taucht man in die Welt des prunkvollen Barock ein. Eindrucksvoll ausgestattete Räume lassen den einstigen Reichtum des Kloster erahnen. Und auch Musikbegeisterte kommen auf ihre Kosten, denn die Ausstellung beherbergt eine große Sammlung historischer Lauten und Geigen – galt Füssen doch schließlich als Wiege des europäischen Lauten- und Geigenbaus.

Bei diesem Angebot an ganz unterschiedlichen Museen wird schnell klar: Die Roman­tische Straße hat viele besondere Ausstellungen zu bieten. Weitere Informationen finden sich unter www.romantische-strasse.de.

Autor: bfs
Bilder: 3D Museum Dinkelsbühl; Mittelalter­l­iches Kriminalmuseum Rothenburg ob der Tauber; Kulturamt der Stadt Füssen

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