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DFB-Präsident: EM-Boykott würde ukrainischer Bevölkerung schaden

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach geht davon aus,
dass ein Boykott der Fußball-Europameisterschaften der Bevölkerung in
der Ukraine schaden würde: „Es sind sich ja alle Entscheidungsträger
einig darin, dass ein sportlicher Boykott der Europameisterschaft
nichts bringen würde, mehr noch: der ukrainischen Bevölkerung sogar
schadete“, sagte Niersbach der Wochenzeitung DIE ZEIT.

Dennoch kann sich der DFB-Präsident vorstellen, bei einer weiteren
Eskalation der Lage, „im Zusammenspiel mit der Uefa (…)
entsprechende Zeichen“ zu setzen. Einen Alleingang des DFB lehnt er
jedoch ab: „Selbst, wenn man daran denken würde, mit Transparenten,
T-Shirts oder anderen Demonstrationen auf dem Rasen Flagge zu zeigen,
müsste dies von der Uefa koordiniert werden“, so Niersbach.

Im Falle eines Besuches von Bundesinnenminister Friedrich bei der
gefangen gehaltenen früheren Ministerpräsidentin Julia Timoschenko,
würde ein DFB-Vertreter den Minister begleiten, wenn dies gewünscht
würde: „Wenn der Innenminister uns einladen würde, wenn er das für
richtig und angemessen hielte, würden wir ihn selbstverständlich
begleiten. Aber auch hier wäre ich nicht so vermessen zu glauben,
dass der Sport die entscheidende Rolle spielt. Ich hoffe sehr, dass
der Druck, den die Bundesregierung, aber auch die EU, aufbaut, dazu
führen wird, dass Julia Timoschenko von deutschen Ärzten behandelt
werden kann“, sagte Niersbach.

Hamburg, 1. Mai 2012

Pressekontakt:
Das komplette ZEIT-Interview dieser Meldung senden wir Ihnen für
Zitierungen gern zu. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an DIE ZEIT
Unternehmenskommunikation E-Mail: silvie.rundel@zeit.de

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