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Kunstschatz von der Öffentlichkeit unbemerkt versteigert

Am 25. Juli 2019 wäre Jürgen Wittdorf 87 Jahre alt geworden. Er hat sich viele Jahre emsig „Durchs Leben gezeichnet“ – so der Name einer seiner letzten Ausstellungen, die 2013 stattfand. Vergangenen Dezember ist der Künstler verstorben und hinterließ einen wahren Kunstschatz.

Jürgen Wittdorf darf heute in einem Atemzug mit Künstlern wie Keith Haring, Robert Mapplethorpe, Andy Warhol und Tom of Finland genannt werden, wenn man sein künstlerisches Schaffen und dessen Bedeutung in der und für die DDR betrachtet. Das Werk zeigt die persönliche Zerrissenheit zwischen seiner Sexualität und der gesellschaftlichen Realität im Osten Deutschlands. Daraus resultierte auch die Schönheit und Vielschichtigkeit seiner Arbeit. Seine großformatigen Holzschnitte und Zeichnungen sind Zeugnis einer deutschen Epoche. Seine Arbeiten senden auch heute eine starke Botschaft.

Als Zeichner mit Rötelkreide, Kohlestift und Tusche war er herausragend. Er lebte für die Malerei, studierte jung an der Kunsthochschule in Leipzig und war später in Berlin Meisterschüler an der Akademie der Künste.

Als Jürgen Wittdorf am 2. Dezember 2018 verstarb, war völlig unklar, was mit den zahlreichen in seiner Wohnung befindlichen Kunstwerken geschehen würde. Es gab kein Testament, keine Anweisung, seinen Nachlass in einem Museum zu ordnen – obwohl seine Werke in zahlreichen Museen vertreten sind (z.B. Deutsches Historisches Museum). Von Amts wegen wurde sein Nachlass, das gesamte Lebenswerk des Künstlers, von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt versteigert. Die zum Aufruf gestellten Positionen waren Konvolute von vielen Werken. Zwei Wittdorf-Fans, der Privatsammler Boris Kollek und der Galerist Jan Linkersdorff, ersteigerten die Konvolute. Schnell waren sich beide einig, dass die zahlreichen Bilder, Zeichnungen, Drucke und Keramiken mit Engobenmalerei von Jürgen Wittdorf nicht in falsche Hände geraten sollten und der Nachlass zusammenhängend erhalten werden müsse.

Jan Linkersdorff hat zudem einen besonderen Bezug zu Jürgen Wittdorf, denn er war 1986/87 einer seiner Zeichenschüler. Boris Kollek lernte Wittdorf bei einer Ausstellung zum 80. Geburtstag des Künstlers kennen.

Die Arbeiten werden jetzt katalogisiert und aufbereitet. Perspektivisch ist für 2020 eine umfangreiche Ausstellung geplant, um das Lebenswerk von Jürgen Wittdorf zu zeigen und den Meister der gestalterischen Zwischentöne zu würdigen.

Ein Teil der Sammlung ist bereits vorab im Internet zu finden:

https://studio-galerie-berlin.de (Galerie)

http://www.transferteam.net (Privatsammlung)

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