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neues deutschland: ZIS-Leiterin Heike Schultz verteidigt umstrittene Polizeistatistiküber Gewalt im Fußball

Die Leiterin der Zentralen Informationsstelle
Sporteinsätze (ZIS), Heike Schultz, hat die Gewaltstatistik der
Polizei im Fußball gegen ihre vielen Kritiker verteidigt.
Fanvertreter und -anwälte betonen seit Jahren, dass eingestellte
Verfahren aus den ZIS-Jahresberichten nicht herausgerechnet werden
und das Problem damit viel größer dargestellt werde als es in
Wahrheit sei. „Wenn Strafverfahren eingestellt werden, macht das eine
Ingewahrsamnahme nicht rechtswidrig oder überflüssig. Diese Maßnahmen
sind ja mit dem gefahrenabwehrenden Charakter begründet“, erläuterte
Schultz im Gespräch mit der in Berlin erscheinenden Tageszeitung
„neues deutschland“ (Wochenendausgabe), warum eine Streichung aus
ihrer Sicht eine solche Statistik viel eher verzerren würde.

„Dass Fananwälte möglicherweise das Problem kleiner reden oder es
kleiner haben wollen, kann ich nachvollziehen“, so Schultz weiter.
Wenn aber aus einer größeren Menschenmasse heraus Landfriedensbruch
begangen werde, „bleibt der Landfriedensbruch als Straftat bestehen,
auch wenn der eine oder andere später freigesprochen oder das
Verfahren eingestellt wird“.

Ein weiteres Hindernis sei, dass die Polizei gar nicht über alle
Freisprüche oder die Gründe dafür informiert werde. „Die Polizei hat
die Aufgabe, Straftaten zu erforschen, sobald es einen
Anfangsverdacht gibt. Die verschiedenen Bedingungen, warum ein
Richter ein Verfahren einstellt, können wir nicht beeinflussen“,
sagte Schultz.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1722

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