Die Sonne scheint – der Garten ruft – also denken sich viele: Handschuhe anziehen, Harke und Spaten schnappen und loslegen! Vorher sollte man sich aber erstmal fragen: Was will ich eigentlich in meinem Garten und wie lege ich ihn möglichst naturnah an? Damit es für alle eine gute Gartensaison wird, also für Gärtnerinnen und Gärtner, Pflanzen und Tiere, die Ihren Garten besuchen, gibt-s jetzt Tipps für einen naturnahen Garten von meinem Kollegen Mario Hattwig.
Sprecher: In einem Naturgarten dürfen Kräuter nicht fehlen, denn die sind wahre Alleskönner: Einerseits kann man sie gut für die Küche gebrauchen, andererseits sind sie ein Blickfang und durften herrlich, so BUND-Pestizidexpertin Corinna Hölzel.
O-Ton 1 (Corinna Hölzel, 11 Sek.): „Kräuter ziehen außerdem viele Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen an. Sie sind also gut für Insekten. Und dazu kommt noch, dass Kräuter im Beet die Gesundheit von benachbarten Kulturpflanzen stärken.“
Sprecher: Die meisten Küchenkräuter benötigen einen warmen, trockenen und auch windgeschützten Standort. Schutz brauchen auch viele andere Pflanzen, wenn Schnecken zu Besuch kommen. Gegen die kleinen, gefräßigen Tiere hilft schon die richtige Beetplanung. Rote Beete, Zwiebeln, Lauch, Tomaten oder auch Mangold mögen Schnecken nämlich nicht so sehr.
O-Ton 2 (Corinna Hölzel, 20 Sek.): „Gefährdetes Gemüse hingegen ist zum Beispiel Kopfsalat. Den sollten Sie lieber in einem Hochbeet anpflanzen. Verzichten Sie aber unbedingt auf Schneckenkorn, denn das ist auch für Hunde, Katzen und Igel giftig und tötet auch die nützlichen Schnecken, wie die Gehäuseschnecken. Viel besser sind Schneckenzäune oder Schneckenkragen, die die Schnecken dann nicht überwinden können.“
Sprecher: Oder Nützlinge wie Molche, Eidechsen, Laufkäfer und viele Vogelarten, bei denen Schnecken auf dem Speiseplan stehen. Die kann man mit Totholzstapeln, Laubhaufen, dichte Hecken, Nistkästen oder einem Kompost in den Garten locken. Prinzipiell sollte es in einem naturnahen Garten eine Vielfalt an heimischen Pflanzen und Tieren geben.
O-Ton 3 (Corinna Hölzel, 26 Sek.): „Über Wildbienen und Schmetterlinge freut sich ja fast jeder. Andere Tiere sind ein bisschen unbeliebter: Spinnen, Weberknechte, Asseln, Ameisen oder Ohrwürmer. Die sind aber in Wirklichkeit fleißige Helfer. Denn sie fressen Schadinsekten, sie bilden Humus, sie sind selber Nahrung für viele andere Arten. Und sie halten das kleine Ökosystem im Gleichgewicht. Wer seinen Garten also naturnah und vielfältig gestaltet, der schützt Insekten, Vögel und Igel.“
Sprecher: Generell gilt: Schaffen Sie nicht zu früh zu viel Ordnung im Garten, denn verblühte Stauden, Laubhaufen und Totholz sind der Lebensraum für viele Arten, die wir in unseren Gärten brauchen.
Mehr Infos zu einem naturnahen Garten und viele weitere Tipps, zum Beispiel, wie man seinen eigenen Pilzgarten anlegt, gibt-s im Netz unter bund.net.
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BUND-Pestizidexpertin Corinna Hölzel,
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