Osnabrück. Nach dem vorzeitigen Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Nordamerika hat ARD-WM-Kommentator Tom Bartels vor überzogenen Erwartungen an den designierten Bundestrainer Jürgen Klopp gewarnt. Gleichzeitig glaubt er, dass der ehemalige Meistercoach von Borussia Dortmund der richtige Mann ist: „Jürgen Klopp hat einen großen Vorteil: Er hat bewiesen, dass er es drauf hat. Er hat Titel gewonnen, er kann Spieler zu Topleistungen bringen, er kann Kommunikation“, sagte Bartels im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz). „Wenn Klopp es nicht hinbekommt – wer dann?“, fragt der 60-Jährige.
Bartels zieht aus der WM, bei der die DFB-Elf bereits im Sechzehntelfinale an Paraguay gescheitert war, die Erkenntnis, „dass Deutschland weiter nicht zu den zehn besten Ländern der Welt gehört und dass es viel zu verändern gilt.“ Es bedürfe noch einiger Schritte, „bis Deutschland wieder Weltklasse ist“. Für die anstehende EM-Qualifikation fordert er „Demut und Respekt vor den Gegnern“ ein. Titelanwärter sei Deutschland auf absehbare Zeit nicht. Trotz Klopp.
Bartels- Urteil über die Arbeit von Julian Nagelsmann fällt negativ aus: „Er hat zwar viele Dinge erkannt, zu sehen war davon leider zu wenig.“ Der Ex-Bundestrainer habe zu viele Fehler gemacht und nennt hier vor allem den „Umgang mit Deniz Undav, Nick Woltemade, Angelo Stiller oder Leon Goretzka, die Degradierung von Oliver Baumann“. Auch den Verzicht auf eine WM-Nominierung von Matthias Ginter (SC Freiburg) kritisiert Bartels.
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