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Nach Bund-Länder-Beschlüssen: Frust und Unverständnis im sächsischen Gastgewerbe

Angesichts dieser dramatischen Entwicklung und der schleppend laufenden Hilfszahlungen für die Betriebe wachsen Unverständnis und Frust bei den über 10.000 Betreibern von Restaurants, Hotels, Cafés, Bistros, Cateringunternehmen, Clubs und Discotheken und vielen weiteren Dienstleistern des Gastgewerbes.

„Von der Bund-Länder-Konferenz hat keiner die Nennung eines konkreten Wiederöffnungsdatums erwartet. Aber wenn für andere Branchen konkrete Öffnungsperspektiven benannt sind, haben wir erwartet, dass auch für das Gastgewerbe eine Wiederöffnung in Aussicht steht und unter welchen Voraussetzungen wir wieder arbeiten dürfen,“ sagt Axel Klein, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Sachsen e.V.

Die späten Hilfszahlungen, die große Verunsicherung und schließlich die nackte Existenznot belasten die Unternehmerinnen und Unternehmer schwer.

„Eine Perspektive ist nicht nur wirtschaftlich geboten, sondern dringend notwendig, um uns eine Orientierung zu vermitteln. Die Hinhaltetaktik sind wir alle mehr als leid,“ so Klein weiter.

Die Mehrheit der Unternehmen habe jetzt, Mitte Februar 2021, gerade einmal die Novemberhilfen erhalten, welche Ende Oktober 2020 versprochen wurden. Die Auszahlung der Dezemberhilfen läuft gerade erst an. Für Januar und den laufenden Monat kann seit Mittwoch, dem 10. Februar 2021, der Antrag gestellt werden. Das ist eindeutig zu spät und entspricht weder „schnellen“ noch „wirkungsvollen“ Finanzhilfen für die am stärksten belastete Branche. Die Verantwortung liegt hier klar beim Bund.

Rechnungen, Sozialversicherungsbeiträge, Steuervorauszahlungen und stehende Verpflichtungen müssen gestundet werden, wo es nur geht. Die Bugwelle, die die Unternehmer vor sich herschieben, wird größer und größer. Die ersten Unternehmer streichen die Segel und geben auf. „All das wiegt fürchterlich schwer auf den Schultern einer Branche, die zusammen genommen mit über 80.000 Beschäftigten vor der Krise zu den größten Arbeitgebern in Sachsen zählte,“ sagt Axel Klein.

Der DEHOGA Sachsen tauscht sich wöchentlich mit den Handwerks-, Industrie- und Handelskammern, den Tourismusverbänden, weiteren Wirtschaftsvertretern und den Kultur-Ministerien aus und hat einen verantwortungsvollen Stufenplan entwickelt, der sich an den Inzidenzwerten orientiert.

Begleitet werden diese Initiativen durch den DEHOGA Bundesverband, der gemeinsam mit den Landesverbänden grundsätzliche Leitlinien für einen „Re-Start“ des Gastgewerbes entwickelt hat.

Sachsens Verbandschef Klein: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, haben unseren Beitrag zur Senkung des Infektionsgeschehens geleistet. Wir sehen die große Verantwortung unserer Branche gegenüber dem Schutz und der Gesundheit unserer Gäste genauso wie unserer Mitarbeiter. Wird jedoch keine klare Perspektive für uns formuliert, ist das für unsere Betriebe ein Signal der mangelnden Wertschätzung.

Auch wir sind überzeugt: besser noch ein paar Wochen im Lockdown bleiben und dann mit stabilen Inzidenzen und einem guten Gefühl wieder öffnen, als einen dritten, fatalen Lockdown riskieren.

Wir haben an allen Fronten einen abgestimmten Fahrplan mit klaren Kriterien, wann und
unter welchen Voraussetzungen die Betriebe wieder öffnen dürfen, gefordert. Bereits im Frühjahr 2020 haben Hotels und Restaurants in strikte Hygiene- und Schutzkonzepte investiert und sind auch laut RKI keine Pandemietreiber. Seit dem 2. November 2020 befindet sich die Branche erneut im Lockdown. Das sind insgesamt sechs Monate der Schließung seit März 2020. Clubs und Discotheken sind mittlerweile sogar schon zwölf Monate geschlossen. Rücklagen sind nicht mehr vorhanden, die Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand. Drei Viertel der Hotels und Restaurants bangen laut einer DEHOGA-Umfrage vom Januar um ihre Existenz.“ ■

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